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Fehlschuss auf den Rothirsch

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Wilhelm Bode: „Hirsche. Ein Portrait.“ 156 Seiten, gut 50 S-W- und Farbabbildungen, Hardcover mit Fadenheftung und Kopfschnitt. ISBN 978-395757-672-9. Verlag Matthes & Seitz, Berlin. www.matthes-seitz.de. Preis: 18 Euro

Das Buch ist graphisch ausgezeichnet gestaltet, die Papierqualität hervorragend. Zudem enthält es eine Reihe exquisiter, teils farbiger Abbildungen zum Thema. Soweit das Positive. Inhaltlich ist das Buch misslungen. So hat der Leser beispielsweise häufig den Eindruck, dass Bode viel lieber sich selbst anstatt die Hirsche portraitiert.

Zudem weist das Werk einige gravierende Fehler auf. So ist es schlichtweg falsch, zu behaupten, das Bundesjagdgesetz (BJagdG) sei „demokratisch geadelt“ und enthalte eigentlich überwiegend braunes Gedankengut. Denn schon das Reichsjagdgesetz – also der unmittelbare Vorläufer des BJagdG – beruhte weitgehend auf der bereits in der Weimarer Republik in Kraft getretenen Thüringer Jagdordnung von 1926.

Bode hat eine gute Schreibe, aber er bleibt in seinen Ausführungen zum Rothirsch in einer forstlichen Denke verfangen und arbeitet sich leider überwiegend ideologisch am Thema Trophäenjagd ab. So bezeichnet er beispielsweise das Geweih als „unnützes Relikt“. Biologen sehen dies anders und richtig. Kurzum: Trotz einiger erhellender Passagen hat Bode die Hirsche verfehlt.

Dr. Rolf Roosen

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