Jagdliche Begriffe: Beizjagd, Falknerei

3238


dpa2.JPG
(Foto DPA)
 

 

Von_der_Faust_startender_Falke-Klaus_Leix
(Foto: Klaus Leix)
Atzung
Mehrere Bedeutungen: Als Atzung verstehen wir die Nahrung, die dem jungen Falken von den Elterntieren zugetragen wird. Auch der Vorgang des Fütterns der Nestlinge an sich wird als Atzung bezeichnet. Im Zusammenhang mit der Falknerei wird die Atzung als die Nahrung bezeichnet, die der Falke von seinem Falkner erhält. Entweder lockt man den Vogel auf die Atzung, wie zum Beispiel bei einem Federspiel, oder gibt sie dem Vogel direkt aus der Hand. Gesunde, größere Arten werden einmal am Tag, kleinere Arten wie der Sperber werden zweimal am Tag geatzt.
 
Beize
Als Beize bezeichnen wir die Jagd mit dem abgetragenen Beizvogel.
 
Beizerlaubnis
Wer kein eigenes Jagdrevier hat, der muss neben einem gültigen Jagdschein und Falknerjagdschein noch eine schriftliche Erlaubnis des Revierinhabers mit sich führen. Diese weist aus, dass er in dem betreffenden Revier die Beizjagd ausüben darf. Zusätzlich muss die Wildfolge mit angrenzenden Revieren vor der Jagd schriftlich geregelt sein. Außerdem ist die Haltung von Habicht, Wanderfalke oder Steinadler nur Falknerjagdscheininhabern gestattet. Für Interessenten/innen, die ausschließlich die Beizjagd und nie die Jagd mit der Schusswaffe ausüben wollen, gibt es die Möglichkeit, eine eingeschränkte Jägerprüfung ohne Schießprüfung zu absolvieren.
 
Beizhund
Zur Beizjagd gehört fast immer auch ein brauchbarer, speziell an den Beizvogel gewöhnter Hund, der das Wild findet, vorsteht und dessen Führer das Wild dann hochmachen kann. Entweder kreist der Beizvogel über Hund und Führer (sogenannte Anwarterschaft) oder er wird, sobald das Wild hochkommt, von der Faust geworfen.
 
Deutscher Falkenorden
Der Deutsche Falkenorden (DFO) ist weltweit der älteste Falknerverband. Dieser ist der größte Verband in der Bundesrepublik Deutschland und nach Paragraph 29 Bundesnaturschutzgesetz als Naturschutzverband anerkannt sowie dem Deutschen Jagdverband angeschlossen. Die Landesverbände Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen führen regelmäßig Vorbereitungslehrgänge für die Falknerprüfung durch.
 
Falknerprüfung
Bei der Falknerprüfung werden geprüft:
• Greifvogelkunde und Greifvogelschutz
• Recht
• Greifvogelhaltung
• praktische Beizjagd und Versorgung des erlegten Wildes
 
Falknermesser
Spezielles, kleines Messer, welches der Falkner mit sich führt, um gebundenes Wild schnell zu töten.
 
Falkenzahn
Am Oberschnabel seitlich stark hervorstehender, scharfer Hornzahn, mit dem der Falke seine Beute tötet (das Genick wird durchgebissen).
 
Federspiel
Früher bezeichnete man die eigentliche Beize als Federspiel. Heute aber ist eine Beuteattrappe (Flugwildattrappe) an diese Stelle getreten. Das Federspiel dient zum Zurücklocken des Falken. Es besteht aus einem hufeisenförmigen Körper aus Leder oder festem Stoff, an dem beiderseits Schwingen angebracht worden sind. Zudem finden sich an dem Federspiel sogenannte Spickbänder. An diesen wird die Atzung festgemacht, damit der Beizvogel auch zum Erfolg kommt, wenn er das Federspiel anfliegt.
 
Kulturgut Falknerei
Die Falknerei ist eine der ältesten Jagdformen. Die Technik der Beizjagd hat sich im Lauf der Jahrtausende kaum verändert und wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern. Nicht menschliche, sondern biologische Gründe und Voraussetzungen bestimmen den Ablauf einer Beizjagd. Sie ist, wenn sie fachgerecht ausgeführt wird, eine sehr schonende Jagdform auf Niederwild. Sich weiterhin im Einklang mit diesen Gesetzmäßigkeiten und zudem in Harmonie mit anderen Jagdformen zu bewegen, ist vielleicht eine der Hauptaufgaben der Falknerei.
 
 
 


Aboangebot