Fuchsjagd heute

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Reizvolles Fuchsdrücken

Es gibt Revierteile, in denen steckt sich der Fuchs am Tage besonders gern. Wenn man sein Revier kennt und sich ausgiebig mit Reineke beschäftigt, kennt man diese Bereiche und kann sie erfolgreich speziell auf diese Raubwildart bejagen.

Schon mancher Jagdgast hat bei diesen Jagden auf Ansagen hin seinen Fuchs geschossen. „Stell dich genau da hin, halte absolute Ruhe, der Fuchs kommt genau dort und flüchtet dorthin.“ Besonders bei Jungjägern ist die Freude groß, wenn sie so zu ihrem ersten Fuchs kommen.

Für diese Jagden müssen aber auch bestimmte Voraussetzungen gegeben sein: Man muss sein Revier kennen und die Angewohnheiten der Füchse kennen, man muss gute Jäger, Flintenschützen und gute Hunde haben, das Wetter muss stimmen … dann kann es klappen.

Wenn das Wetter stimmt, mache ich öfters im Herbst und Winter solche kleinen Stöberjagden in eng begrenzten Revierbereichen. Meist geht es dabei hauptsächlich um den Fuchs, wir können oft aber auch Fasanenhähne, Kaninchen, je nach Besatz eventuell Hasen, in einem Bereich sogar Enten mitbejagen.

Die Jagden in diesen Fuchsecken

In dem Gemarkungsbereich „Plätz“ hatte ich eine Weihnachtsbaum-Kultur, daran angrenzend eine angepachtete Hochstaudenflora mit einem kleinen Schilfbereich. Daran wiederum angrenzend einen großen Wildacker, in dem meist auch Mais angebaut wurde. Zusammen war die Fläche etwa zwei Hektar groß. Wenn wir dieses Stück durchdrückten, kamen meist zwischen 50 und 100 Fasanen vor; natürlich fühlte sich hier auch der Fuchs wohl.

In meiner ersten Pacht-Periode gab es fast keine Jagd, an der hier nicht ein Fuchs zur Strecke kam. Da die Vegetation sehr dicht war, mussten wir manchmal bis zu viermal durchdrücken, um Reineke heraus zu bekommen …wir haben ihn aber fast immer erbeutet. Manchmal waren es auch zwei oder drei Rote.

Einmal hatte ich einen Gast, einen großen Naturschützer, der auch einmal einen Fuchs schießen wollte. In der eingezäunten Weihnachtsbaum-Kultur kannte ich die Löcher im Zaun und stellte den netten Nimrod-Naturschützer so an, dass der Fuchs keinen Wind bekommen konnte. Ich erklärte ihm genau, wo Reineke kommen würde … Waidmannsheil! Mit meinen beiden Terriern drückte ich die Kultur von der anderen Seite durch, es fielen zwei Schüsse … und der Fuchs war gefehlt entkommen.

Heute sind auf dieser Fläche Pferdekoppeln und ein Abreiteplatz. In der aufgelassenen Weihnachtsbaum-Kultur schlafen noch ein paar Fasanen, den Füchsen ist es aber zu unruhig geworden.

Die neue Weihnachtsbaum-Kultur

Dafür habe ich aber in einem anderen Revierbereich eine neue Weihnachtsbaum-Kultur, in der immer Rehwild steht, in dem sich aber auch die Hasen, die Fasanen und der Fuchs sehr wohl fühlen. Die Fläche ist 1,6 Hektar groß und nur teilweise eingezäunt. Auf der Nordseite ist ein Loch im Zaun, durch das regelmäßig das Rehwild austritt – und das wohl auch vom Fuchs gerne angenommen wird.

Also, die Fläche wurde umstellt, drei Jäger mit Hunden drückten die Kultur durch. An das Loch stellte ich Hugo, einen neuen, älteren Jungjäger, der das erste Mal im Revier jagte. Beim Durchgehen sah ich, dass Hugo einen Fasan mit beschoss, der aber krank abstrich. Ich dachte noch: „Hoffentlich lädt er sofort nach“, da sah ich auch schon den Fuchs über den freien Acker flüchten. Er kam genau durch das Zaunloch, nur Hugo hatte noch nicht nachgeladen.

Irgendwie bekam Hugo aber doch noch die Patronen in den Lauf, und er beschoss den Roten…es war aber schon etwas weit. Der Fuchs flüchtete in die angrenzenden Weinberge. Hugo war sauer, ich war sauer, der Fuchs war weg. Den Fasanenhahn mussten wir in den Weinbergen natürlich noch nachsuchen und fanden ihn auch… und Hugos Fuchs, der offensichtlich doch noch Schrote bekommen hatte und etwa 200 Meter vom Anschuss entfernt „mausetot“ lag. Die Freude war bei allen groß.

Am Galgenberg hat sich im Laufe der Jahre auf einer alten Weinbergsbrache eine Brombeerhecke entwickelt, die mittlerweile etwa 20 Meter breit und 100 Meter lang ist, in ihr gibt es immer zahlreiche Kaninchen und Füchse. Die Hecke ist sehr dicht, man braucht kleine, gute Hunde, um sie erfolgreich durchdrücken zu können. Einmal haben wir aus dieser Hecke vier Füchse herausgedrückt, aber nur einen bekommen.

Ein anderes Mal stand mein Jagdaufseher Franz auf der Nordwestecke. Der Fuchs kam, Franz schoss, der Fuchs lag. Als Franz die Patrone wechselte und wieder hochschaute,flüchtete der Fuchs Richtung Bahn… und wurde mehrfach vorbeigeschossen. Nur dieser Rote war viel dunkler und stärker als der zunächst beschossene. Am Anschuss lag dann auch eine geringe Fähe, der Rüde war auf dem selben Pass gekommen und erfolgreich geflüchtet.

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