Fuchsjagd heute

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Versuchsflächen mit Chinagras

In meinem Revier gibt es zwei Versuchsflächen der Fachhochschule für Landwirtschaft mit sogenanntem Chinagras. Diese Pflanze wächst in großen Bülten, dazwischen ist Freiraum, in dem sich das Wild gut bewegen kann. Das Chinagras ist schilfähnlich und wird etwa drei Meter hoch.

Die eine Fläche ist etwa 20 mal 40 Meter groß und liegt direkt an einem befestigten, stark befahrenen Feldweg. Fasanen, Kaninchen und Füchse halten sich gern darin auf. An einem Sonntagnachmittag hatten wir das Chinagras umstellt und acht (!) Hunde in die Fläche gelassen. Die meisten Hunde kamen schnell wieder heraus, nur Patriks Langhaar suchte nachhaltig und gab ab und zu Laut.

Dieter sah kurz einen Fuchs aus dem Schilf äugen, dann war er wieder verschwunden. Es dauerte fast eine viertel Stunde, bis der Fuchs sprang, ein starker Rüde von acht Kilogramm Gewicht lag im Weinberg.

Gute passionierte Fuchsjäger sind heute selten geworden. Die vielen Sauen in Deutschland (verbunden mit Wildschäden), der rote Bock und die vielen Jagdmöglichkeiten im Ausland ziehen heute bei den meisten Jägern mehr.

Die Fuchsmütze oder der Fuchsmuff vom selbst erlegten Fuchs sind nicht mehr „in“, der Fuchsmantel wird von der Gattin nicht mehr getragen und der Fuchsbalg lässt sich auch kaum mehr verkaufen. Hinzu kommt, dass die Jäger immer weniger Zeit haben.

Mein alter Jagdaufseher Franz, der leider mittlerweile verstorben ist, war täglich im Revier, kannte jeden Fuchs- und Kaninchenbau, jeden Fuchspass, ihm war der am Bau nach zehn erfolglosen Ansitzen erbeutete Winterfuchs lieber als der starke Rehbock.

Auch bei den Hunden hapert es. Die auf Sauen jagenden Terrier und Dackel sollen tunlichst nicht in den Fuchsbau gehen – zu groß sind sonst die Gefahren, wenn die Hunde in fremden Revieren in unbekannte Baue einschliefen. Das Apportieren des Fuchses gehört zwar zur Hundeprüfung, aber kennen Sie einen Hund, der gezielt auf die Fuchsspur eingearbeitet ist und dieser hartnäckig folgt, bis der Rote aus der Hecke oder der Dickung springt?

Füchse zu jagen ist nicht nur dringend notwendig, will man Niederwild-Hege betreiben. Es ist nach meiner Überzeugung auch angewandter Artenschutz für seltene Tierarten, aber auch Seuchenbekämpfung, besonders wenn man an Tollwut, Kleinen Fuchsbandwurm und Räude denkt.

Und es macht Spaß, den (meist) schlauen Fuchs zu überlisten, die Winterbälge zu sammeln und sich eine Tagesdecke daraus machen zu lassen und auf ihr dann die DJZ zu studieren … Bestimmt haben andere Jäger andere Jagdstrategien auf den Fuchs, die ich vielleicht auch in meinem Revier umsetzen kann!?

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