Büchsenmunition: Frei von Blei

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RWS betrat den Markt der bleifreien Geschosse mit 2 Konstruktionen:
RWS Bionic und RWS Green

Von Norbert Klups

 

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Die RWS Binoc Yellow und Bionic Black unterscheiden sich in der Wirkung. So ist das Black eher für schweres Wild, das Yellow eher für schwaches bis mittleres geeignet. (Foto: Norbert Klups)
Die Varianten Bionic Yellow und Bionic Black unterscheiden sich in der Zielwirkung. Das Yellow ist als Teilzerlegungsgeschoss konzipiert und hat eine sehr hohe Schockwirkung, während das Black als Deformations-Geschoss arbeitet und durch nahezu 100-prozentiges Restgewicht eine enorme Tiefenwirkung erreicht.
 
Als Material dient bei beiden Geschossen Messing, jedoch in unterschiedlichen Legierungen. Beim Bionic Black ist der Kupferanteil bedeutend höher und das Geschoss-Material dadurch zähweich sowie gut verformbar.
 
Um die angestrebte Splitterwirkung des Bionic Yellow zu unterstützen, wurde eine Legierung mit höherem Zinkanteil verarbeitet. Das Yellow besteht aus 39 Prozent Zink, während das Black nur 30 Prozent besitzt. Die Yellow-Legierung ist bedeutend härter und spröder. Das Geschoss splittert damit mehr, als dass es sich verformt, und liefert die gewollten scharfkantigen Geschosssplitter. Bei beiden Projektilen wird die Verformung durch eine Hohlspitze eingeleitet, die mit einer ballistischen Haube aus Kunststoff verschlossen wird. Um die Splitterwirkung beim Yellow zu steuern, hat diese Konstruktion entsprechende Einkerbungen, die die gewünschten großen und damit wirkungsvollen Geschosssplitter erzeugen. Die Bionic-Projektile haben fast den normalen Geschossdurchmesser und sind nur leicht untermaßig. Die hauptsächliche Entlastung des Laufes wird durch die Verringerung der Oberfläche erreicht, die mit dem Lauf in Berührung kommt. Lediglich die recht breiten Führungsbänder sorgen für den Drall. Das Black gibt seine Energie etwas langsamer und tiefer im Wildkörper ab. Durch den größeren Ausschuss ist mit bedeutend mehr Schweiß zu rechnen.
 
Bei Rehwild und leichtem Hochwild ist das Yellow sicher die bessere Wahl, da es eine höhere Energieabgabe hat. Da beide Geschosse perfekt zusammenschießen, lässt sich die Patrone – falls möglich – noch vor dem Schuss austauschen.
 
 

 

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Das RWS Evolution Green ist die neueste Entwicklung bei den bleifreien Büchsengeschossen. Es soll auch bei größeren Schussdistanzen sicher ansprechen. (Foto: Norbert Klups)
Brandneu ist das gerade vorgestellte RWS Evolution Green. Es ist kein homogenes Geschoss, bei ihm wurde Blei durch Zinn ersetzt. Die zum Patent angemeldete 7-fache Lochung des vorderen Zinnkerns sorgt für eine kontrollierte Fragmentierung. Der formstabile Heckkörper bringt einen sicheren Ausschuss. Ziel der Entwicklung war es, ein bleifreies Geschoss zu konstruieren, das auch bei größeren Schussdistanzen sicher anspricht. Um den Gewichtsverlust zu kompensieren, wurde die Aerodynamik verbessert. Die eigens entwickelte Polyethylen-Spitze und die schlanke Ogivalform sorgen für eine flache Flugbahn. Die Munition wurde auf der IWA 2012 vorgestellt und ist noch nicht auf dem Markt, so dass zur Wildwirkung derzeit nichts gesagt werden kann.
 
 
 
 
 
 
 
 
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